Management-Lehren - das Beste vom Besten

Zwar ist er nun schon viele Jahre tot - und dennoch ist die Wirkung der Management-Lehre von Peter F. Drucker von bleibendem und unverzichtbaren Wert.

"Er ist der Beste", so das Urteil von Professor Fredmund Malik, selber einer der bedeutendsten Management-Vordenker unserer Zeit. Malik ist direkter Schüler des verstorbenen, großen Management-Lehrers, er wusste, wovon er sprach. Und er ist bei weitem nicht der Einzige, der den verstorbenen österreichisch-amerikanischen Gelehrten - gebürtig in Wien, über Jahrzehnte in Claremont/Kalifornien als Management-Professor lehrend - als Benchmark dieser Zunft sieht. Umso mehr staune ich immer wieder, wenn ich in meinem Bachelor- oder Master-Kursen Kategorien oder zentrale Einsichten Druckers einbringe und danach frage, wer von den Studierenden denn schon einmal von ihm gehört habe. Das mache ich seit vielen Semestern und ich hatte noch nie (!) einen Treffer. Wenn ich dann nachhake und frage: Aber den Begriff "Kernkompetenz", den kennen und benützen Sie? Oder: Die Methode "Management by Objectives" wird doch sicher in ihren Unternehmen für die Mitarbeiterführung oder für das Führen von Mitarbeiter-Gesprächen genutzt? So gefragt, nicken dann die meisten, ja, fast alle. So ist es, viele zentrale Einsichten und begriffliche Konstrukte von Drucker sind maßgeblich geworden, fast Allgemeingüter der heutigen Betriebswirtschaftslehre. Leider zu oft losgelöst von ihrem Autor und Erfinder. Zu oft auch losgelöst von den Kontexten und auch Texten, in denen sie erdacht, entwickelt wurden. Und die heutigen Studentengenerationen sollten sich auch nicht damit zufriedengeben, derlei Begriffe wie Methoden gehört zu haben oder nur ungefähr wiedergeben zu können. Sie sollten sich tiefer einlassen, in das Denken und die Erkenntnisse dieses großen Gelehrten, der so viele Topmanager, Staatsleute, global operierende Konzerne und mächtige Großorganisationen wirkungsreich beraten hat. Eine gute Summe seines Denkens bildet der um die Jahrtausendwende auch in deutscher Sprache publizierte Sammelband "Was ist Management?", in dem wesentliche Aufsätze aus den zahlreichen Publikationen Druckers aufgenommen und erneut abgedruckt worden sind. Der Band ist in drei große Kapitel gegliedert. Das mit knapp 200 Seiten umfassendste ist das zentrale, das Kapitel I "Management". Aber wie sehr sich Drucker eben nicht als reiner Ökonom, sondern eher als historisch versierter gesellschaftswissenschaftlicher Analytiker ökonomischer Phänomene verstand, zeigen die Kapitel II "Der Mensch" und III "Die Gesellschaft". Erst deren Lektüre rundet das Verständnis des 2005 verstorbenen, universal gebildeten Pioniers der modernen Management-Lehre. Gerade diese Kapitel zeigen, dass eine reine Statistik- oder Mathematik-Ökonomie in der Regel zu kurz greift, wenn man ökonomische Prozesse in der Tiefe verstehen und erfolgreich gestalten will. Was ist der Zweck eines Unternehmens? Es ist: einen Kunden zu finden! Was sind die grundlegenden Funktionen eines Unternehmens? Es sind Marketing und Innovation - sonst nichts. Das ist Drucker pur. Drucker dachte radikal, manches Mal fast genial einfach. Wer sich für das Wesen von effektivem und effizientem Management wirklich interessiert, der wird auch heute noch mit den Büchern Peter Druckers bestens bedient. Markus Kiefer Kolumne von Professor Dr. Markus Kiefer vom 15. Juli 2019 auf www.markus-kiefer.eu) Lektüre Peter F. Drucker, Was ist Management? Das Beste aus 50 Jahren, Ullstein Buch Verlage, Berlin 3. Auflage 2015

Erschienen am 15/07/2019 08:59
von Markus Kiefer
in der Kategorie : Für Sie gelesen