Gebot der Stunde für die Zusammenarbeit von Marketing und Unternehmenskommunikation: GEO-Strategien ausbauen
Das klassische Suchmaschinen-Marketing (SEO) erfährt durch KI eine moderne Weiterentwicklung. GEO heisst die neue strategische Kommunikations-Herausforderung.
KI-optimiertes Marketing und Unternehmenskommunikation muss heute auf GEO setzen – Generative Engine Optimization statt klassischem SEO (Search Engine Optimization bzw. Suchmaschinenoptimierung). Denn KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews priorisieren Inhalte aus autoritativen Quellen, darunter Premiummedien mit hoher Domain Autorität.
Was ist neu an GEO?
GEO optimiert für KI-Systeme, die nicht Keywords matchen, sondern Antworten synthetisieren und Quellen zitieren – im Gegensatz zu SEO, das Seiten rankt. Klassische SEO-Agents ranken weiterhin, aber KI-Engines bevorzugen E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) aus vertrauenswürdigen Medien, wie zum Beispiel „Handelsblatt“ oder „FAZ“, um einmal ganz hoch ins Regal zu greifen. Auch Mittelständler gewinnen so an Reichweite in KI-Antworten.
Drei mögliche Gegenargumente zum Aufbau einer eigenständigen GEO-Strategie sind ernsthaft zu bedenken.
Gegenargument 1: Wir sind zu unbedeutend für A-Medien
„Wir sind zu klein für Handelsblatt oder WirtschaftsWoche.“ So könnte die Erstreaktion manchen Lesers sein. Falsch! „Earned Media“, also die externe Wahrnehmung und Berichterstattung über Unternehmen und Organisationen, dominiert KI-Zitationen. Lokale IHK-Magazine, Plattformen von regionalen Wirtschaftsförderungen oder regionale Prints wie „Wirtschaft aktuell“, Podcasts mit starker lokaler Basis, ein redaktionelles Stück auf der Website eine lokale Radiostation sind bereits effektive Einstiege. Digitale Plattformen bauen Autorität ohne Millionenbudget.
Gegenargument 2: „SEO macht das doch schon?“
Viele sagen: „SEO erledigt das bereits.“ Im Prinzip nicht falsch – aber GEO ist die Weiterentwicklung: Während SEO auf Klicks abzielt, geht GEO auf Zitationen in KI-Zusammenfassungen. Bei vielen Usern ist das ja schon das Einzige, was sie nach Google- oder anderen Internet-Anfragen überhaupt noch wahrnehmen und lesen. SEO rankt deine Seite, GEO lässt dich als Quelle in Premium-Antworten erscheinen. Der Unterschied: Autorität schlägt Keywords.
Gegenargument 3: „Ist GEO nicht Content-Marketing 2.0?“
Der dritte Einwand könnte lauten, das kennen wir doch alles schon: „Hört sich nach Content-Marketing an – alter Wein in neuen Schläuchen?“ Falsch! Content-Marketing war Modetrend für Eigen-Content auf unternehmenseigenen Kanälen. GEO zwingt zu externer Autorität durch Medienplatzierung. KI ignoriert deine Website, wenn sie nicht extern von relevanten Quellen zitiert wird. Content-Marketing blieb oft intern, GEO erfordert Earned Media-Strategien. Was bedeutet: Das Angebotene muss so gehaltvoll sein, dass es durch primär journalistische Auswahlkriterien und Qualitätsfilter durchkommt.
Beispiel-Strategien
Was bedeutet das für die Kommunikatoren auf Unternehmensseite konkret? Content als Gastbeiträge, Exklusivinterviews oder Expertenzitate anbieten: Präzise Daten („Unsere Umfrage: 68% Mittelständler scheitern an KI-Kommunikation“) und radikale Aktualität sind Schlüssel. Digitale A-Medien wie WiWo.de, Branchenportale, LinkedIn-Accounts von Influencern oder Plattformen zählen ebenso wie Fachmagazine. Storytelling eignet sich hervorragend: Kreative Produktwerbungen, die dann redaktionell aufgegriffen werden, Exklusivinterviews mit Geschäftsführern oder Berichte über möglichst unterhaltsame Firmenevents laden Medien zum Mitnehmen ein.
Verzahnte Zusammenarbeit
Marketing und Unternehmenskommunikation müssen Hand in Hand arbeiten – verzahnt, integriert, aufeinander verweisend, Bälle aufnehmend. Marketing liefert datenreiche Storys und Kampagnenideen, PR pitcht sie gezielt in Medien. Diese, zugegeben grobe Handreichung ist eine Momentaufnahme. GEO ist in einem ebenso dynamisch-rasanten Entwicklungsprozess wie die intelligenten Sprachmodelle selbst. Aber hier wäre Abwarten kein guter Rat. Praktiker sollten GEO nicht als Bedrohung, sondern als eine sportliche Herausforderung ihrer professionellen Kreativität annehmen.
Markus Kiefer
(Kolumne von Markus Kiefer vom 1. September 2026 auf www.markus-kiefer.eu)
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